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...das zehnte Jahr...

Guten Tag und JAMBO Ihnen allen!

Es ist richtig viel passiert in den letzten Monaten... - aber, eins nach dem anderen und die wichtigste Information als erstes - allen Kindern in unserem KiD-Projekt geht es gut. Hin und wieder ein kleines Wehwehchen, aber nichts über das man sich wirklich Sorgen machen muss. Gott-sei-Dank!! 

Wir, das KiD-Team (in Kenia und Deutschland), sind voller Freude und großer Dankbarkeit über das gute Gelingen unserer Projekte und Ihrer großzügigen Hilfe und Unterstützung. Darum machen Sie es sich gemütlich, lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich jetzt über die neusten Entwicklungen rund um KiD informieren. Verlassen wir für ein paar Minuten Deutschland und begeben wir uns auf eine gemeinsame Reise nach Kenia...

Wir betreten das KiD-Gelände durch das blaue, metallene Tor, auf dem das gelbe KiD-Logo leuchtet. Vor uns liegt rechts das Kindergartengebäude sowie der Spielplatz und links erstrahlt nun das neue KiD-Schulgebäude, sandfarben, zweistöckig, auf jeder Ebene zwei Klassenräume. Vor den Klassenräumen befindet sich ein "Säulengang", der die Klassenräume verbindet und zur Treppe führt. Die kleinen weißen Säulen, die als Brüstung dienen und auch die im Sternenmuster gehaltenen Luftlöcher des Treppenaufgangs, geben dem Schulgebäude einen gemütlichen, orientalischen Charakter. Wir sind schlichtweg überwältigt und auch ein "bisschen" stolz auf unser neues KiD-Gebäude.

Wie Sie wissen, sind wir sehr lange mit dem Thema Schule "schwanger" gegangen. Fast zwei Jahre haben wir die Vor- und Nachteile abgewogen, KiD um eine Schule zu erweitern. Immer wieder haben wir kenianische Schulen besucht und mit den Schulleitern und Lehrern unzählige Gespräche geführt. Nächte haben wir mit Grübeln verbracht und sicherlich hätten wir aufgeben müssen, hätten Sie uns nicht unterstützt. Erinnern Sie sich noch an unseren letzten Brief? Während wir noch die Vor- und Nachteile einer Schule durchdachten, haben Sie uns schon so viel Unterstützung zugesichert, dass wir nicht nur eine Schule gründeten, sondern auch ein eigenes Schulgebäude bauen konnten.

Wir betreten einen der oberen Klassenräume, die bereits fertiggestellt sind. Seit Anfang diesen Jahres werden sie von der ersten und der zweiten Schulklasse genutzt. Zwölf Holztische sind auf die Tafel ausgerichtet. An und auf den Stühlen hängen die kleinen Schultaschen in bunten Farben. Vor der Tafel steht das Lehrerpult, auf dem sich in kleinen Türmen die Arbeitshefte der Kinder stapeln. An der Tafel stehen noch ein paar Matheaufgaben. Ein kühler Wind weht von draußen durch die Fenster, weht die freudigen Kinderstimmen in den Klassenraum. Es ist Pause. Die Mädchen schaukeln, spielen in der Sandkiste oder Gummitwist. Die Jungen spielen Fußball. Alle sind sie gesund und wie immer, gut gelaunt.

Ja, man kann es wohl so sagen, unserer Schule geht es prächtig. In einer staatlichen Schule in Ukunda sahen wir 102 Kinder in einem(!) Klassenraum. Bei uns lernen 20 Kinder in der ersten Klasse und 23 in der zweiten. Ein angenehmes Arbeitsklima, womöglich besser, als in manch‘ einer deutschen Schule. So lernen unsere KiDs auch in der Schule, wie wir es schon vom Kindergarten gewöhnt sind, mit viel Spaß, Fleiß und Disziplin.

Das Ansehen vom KiD ist durch die KiD-Schule in der Umgebung enorm gewachsen. Die Einwohner von Diani Beach sind stolz auf KiD. Immer mehr zahlungsfähige Eltern begeistert der hohe Standard der Schule. Mit den Schulgebühren dieser Eltern, sollen mittelfristig die Schulkosten der ärmeren Kinder gedeckt werden. Stück um Stück nähern wir uns unserem langfristigen Ziel. Dem Ziel, dass KiD eines Tages finanziell auf eigenen Beinen stehen wird und keine Spenden mehr braucht. Auch die Mischung von Jungen und Mädchen, von armen und wohlhabenderen Kindern, sowie unterschiedlicher Religionen, alles Konzept und Ziel dieses Projektes, wird durch die Schule weiter verfolgt.

Sie merken, wir sind von der Schule begeistert. Und nicht nur wir! Auch Edward, Joshua und das ganze KiD-Team strahlen mit der Sonne um die Wette. Die Behörden führen uns ab sofort unter den Namen Kindergarten in Diani and Academy. Wer hätte das vor zwei, drei Jahren gedacht. ACADEMY! Unglaublich! Wirklich unglaublich! Und wir wissen, ohne Sie wäre dies nie möglich gewesen. 
Ein großer Dank an Sie alle! Wir sind stolz! Seien Sie es auch!

Nach der Schulbesichtigung werden viele Hände geschüttelt. Edward (Direktor), Joshua (Manager), Maryam, Agnes und Elija, unsere Lehrer und seit diesem Jahr auch unsere neue Lehrerin Amidah. Amidah ist die Schwester von Maryam und hat Anfang des Jahres zunächst drei Monate probeweise gearbeitet. Stets fröhlich und hilfsbereit, leistet sie großartige Arbeit, sodass wir sie fest einstellten. Sie unterrichtet die erste Schulklasse.

Die Kinder waschen sich ihre Hände, dann stehen sie in einer langen, geordneten Schlange vor Ruths Küche. Ruth ist die Älteste in unserem KiD-Team. Sie ist Köchin und die "heimliche Chefin" des ganzen Teams Vorort. Was diese ruhige und liebevolle Frau mit dem großen Kochlöffel sagt, wird getan. Da müssen auch unsere Manager mit einem Lächeln weichen. Bei Ruth gibt es heute für jeden einen großen Löffel Ugali (Maisbrei). Dann sitzen wir auf dem überdachten Essplatz auf Holzbänken an Tischen. Es ist still. Nur die blechernen Löffel kratzen auf den Tellern. Die Kinder essen, essen und essen. Wir können nur mit den Köpfen schütteln. Es ist uns ein Rätsel, wo diese Kinder das ganze Essen lassen. Lächelnd wird uns erklärt: "Dieser Mais ist aus eigenem Anbau, diese Bananen auch, die Tomaten, die Bohnen, die Papaya…" Das eigene KiD-Farmland wächst und gedeiht. Unser Gärtner John leistet gute Arbeit. Erneut werden wir darin bestätigt, dass auch dieser Schritt, ein eigenes Farmland anzulegen, richtig war.

Nach dem Essen ist Ruhezeit. Die Kindergartenkinder machen ihre Mittagspause. Wir ziehen uns in den Schatten zurück. Es gilt noch eine Sache zu besprechen: unser Bus soll in Rente. Wir denken, er hat es verdient. Vor sechs Jahren gekauft, ist er mittlerweile 13 Jahre alt und fast jeden Tag in Gebrauch. Die schlechten Straßenverhältnisse, die salzige Luft und die hohe Luftfeuchtigkeit setzen ihm immer mehr zu. Am schlimmsten ist der Rost, wie uns unser Fahrer Peter erklärt. Überall sind Roststellen. Selbst das Bodenblech hat Löcher, sodass Peter die Straße nicht nur durch die Frontscheibe beobachten kann. Ersatzteile lassen sich für dieses "alte" Modell nur sehr schwer beschaffen. Kurzum, wir haben uns schon Ende letzten Jahres dafür entschieden, einen neuen Bus zu kaufen. Was darauf folgte, werden Sie, falls Sie uns schon länger begleiten, schon aus anderen Verkaufsgesprächen mit Kenianern kennen. Unzählige Hände wurden geschüttelt und unzählige Fahrzeuge besichtigt. Es wurde gefeilscht mit Bankiers, mit Händlern und mit solchen Händlern, die zwar Geld wollten, doch keine Autos hatten. Es wurden Preise abgemacht und wieder verworfen. Es wurde gearbeitet, geschwitzt und schlussendlich ein Bus bestellt. Ende Juli/Anfang August soll er uns bereit stehen. Peter freut sich und auch er weiß, bei wem er sich bedanken kann: bei Ihnen - bei unseren Unterstützern und Freunden!

Nun, unsere Zeit in Kenia geht zur Neige und wir müssen wieder nach Deutschland zurück. Doch bevor wir das Kindergartengelände… nein, unseren Kindergarten und unsere Academy verlassen, werfen wir noch einen letzten Blick auf unsere neue Schule. Die ersten zwei Klassen strömen mit lautem Gebrüll die Treppe hinauf in den ersten Stock und verteilen sich auf die zwei Klassenräume. Es wird wieder ruhig. Es ist angenehm warm. Ein leichter Wind weht und wir sind froh und glücklich. Wieder einmal bestätigt sich: in Kenia geht vieles. Allerdings nur, wenn es Menschen gibt, die sich einsetzen, ob mit Arbeitszeit vor Ort oder in Deutschland, ob mit guten Gedanken oder Ideen, mit Anregungen oder Spenden. KiD ist ein Projekt und ein Projekt ist nur so gut, wie die Hände, die es tragen. Ein ganz herzlicher Dank an Sie alle! Nur durch Sie konnte das Projekt KiD zu dem werden was es jetzt ist und nur durch Ihre Unterstützung wird es bestehen und wachsen können.

Wie Sie, sind wir gespannt, erfreut, dankbar, zufrieden - und niemals untätig. 
Forward EVER - Backward NEVER, so unser Motto. 
Ihnen sagen wir stellvertretend für 125 Kinder:

"Danke! Danke und nochmals Danke!"


Ihr KiD Team aus Deutschland 

 

 

 

Das neue KiD-Schulgebäude - Manfred Linder bei der Rohbau-Abnahme.
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Unsere KiDs der 2. Schulklasse lernen bei Lehrer Elija mit viel Spaß, Fleiß und Disziplin.


In den beiden ersten fertigen Klassenräumen sind 12 Holztische mit 24 Stühle.


Joshua auf unserem KiD-Farmland. Die Maisernte kann bald beginnen. Wir ernten 3x im Jahr.


Alle unsere 125 KiD-Kinder auf einem Bild, Kindergarten- und Schulkinder. In den ersten Reihen sind die kleinsten und weiter hinten sind unsere ältesten zusammen mit dem KiD-Team aus Kenia.
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Das Kenia KiD-Team: Ruth (Köchin), Anna (Köchin), Agnes (Lehrerin), Maryam (Lehrerin), Amidah (Lehrerin) - Joshua (Manager), Peter (Busfahrer), John (Gärtner), Elija (Lehrer), Edward (Direktor).
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Peter, unser Busfahrer mit dem "alten" KiD-Bus. Die Roststellen sind nicht zu übersehen...