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...das elfte Jahr...


Liebe Freunde und Unterstützer,

ein sonniges Jambo Ihnen allen. Unsere Kinder und das gesamte KiD Team heißen Sie herzlich willkommen. Wir können ihnen sagen, unserem gemeinsamen Projekt KiD geht es gut. In dem letzten halben Jahr ist viel passiert: in Kenia wurde eine neue Regierung gewählt, unser Manager studiert, unser neuer Bus fährt problemlos und unsere Kleinen werden langsam groß, doch eines nach dem anderen und eine Überraschung erst zum Schluss.

Im Juni flogen zwei Mitglieder unseres deutschen Teams nach Diani Beach/Kenia. Es regnete. Die Tropfen prasselten auf das Wellblechdach unseres Kindergartens und unserer Schule. Joshua, unser Manager führte uns herum und zeigte uns, dass das Dach vom Kindergartengebäude bald repariert und neu gestrichen werden muss.

In der Mittagspause liefen die Kleinen über ihre Teller geduckt, ihr Essen mit ihrem Körper vor den Regen schützend, von der Küche zum Unterstand. Einige waren verschnupft. Die Wasserpfützen lockten die Mücken an. Der Malariavirus ging verstärkt um. Peter Paul, einer unserer Kleinen aus der ersten Schulklasse, hatte eine sehr starke Malariainfektion, die im Krankenhaus behandelt werden musste. Nachdem er noch einige Tage zuhause blieb, saß er nun wieder zwischen seinen Freunden. Einige drängten sich auf den Bänken. Andere saßen auf dem Boden, da auf den Bänken mittlerweile nicht mehr genug Platz ist. Unser Essensplatz wird langsam zu klein für die immer weiter wachsende Zahl der Kinder. Wir planen daher einen größeren, überdachten Essensplatz, mit direktem Zugang zur Küche.

Auf den Tellern der Kinder türmten sich die Ugali-Portionen, an denen sie fröhlich schaufelten. Das Ugali stammt aus eigenem Anbau. Es wird aus Mais hergestellt. Wir saßen zwischen den Lehrern und Lehrerinnen. Sie berichteten uns, dass nach den aktuellen Zwischenzeugnissen alle unsere Kinder das Klassenziel erreicht hätten. Sie sind sehr zufrieden mit den Leistungen unserer Kleinen. Und wir sind sehr zufrieden mit den Leistungen unserer Lehrer. Wir sind bereit, für die erste 4. KiD-Klasse, die wir im nächsten Jahr eröffnen. Dann werden wir auch, wie im Gesetz vorgeschrieben, zwei weitere Lehrer einstellen.

In unserem letzten Brief berichteten wir über die bevorstehende Präsidentenwahl in Kenia. Ende letzten Jahres gab es bereits einige Unruhen und wir befürchteten einen Anstieg von Auseinandersetzungen. Im März wurde Uhuru Kenyatta (51), zum neuen Staatschef gewählt. Als Vizechef wurde William Ruto vereidigt. Die Wahlen in diesem Jahr verliefen zum Glück weitestgehend ruhig.

Kommen wir nun vom „Notwendigen“ zum „Kreativen“, dem jährlichen Musikfest an dem alle staatlich registrierten Schulen Kenias teilnehmen müssen. Bei diesem Wettbewerb treten alle offiziell registrierten Schulen in unterschiedlichen Gesangsdisziplinen in mehreren Qualifikationsrunden gegeneinander an. Die erste Runde findet auf lokaler Ebene statt. Die Sieger dieses Wettbewerbs qualifizieren sich für einen weiteren, den Wettbewerb auf Kreisebene. Die Sieger aus diesem wiederum qualifizieren sich für den Provinzwettbewerb. Wer dort gewinnt, darf zum nationalen Finale.

Mit Leichtigkeit überzeugten unsere Kinder auf Lokaler - und Kreisebene und steckten auch die Gegner des Provinzwettbewerbs in die Tasche, sodass sie nun vom 5. bis 15. August gegen die besten Schulen Kenias antreten dürfen. Das Finale findet in Nakuru statt, 740 Km entfernt. Unsere Kinder überzeugten nicht nur als Chor, sondern ebenfalls durch die hervorragende Solosängerin Patience Namungu.

Ein Projekt beschäftigte uns in den letzten Monaten ganz besonders. 2010 haben wir bereits ein Grundstück gekauft, welches wir als Farmland nutzen. 2012 haben wir es erweitert. Ende letzten Jahres trafen wir die Entscheidung unser Farmland erneut zu vergrößern.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sich der Eigenanbau von Lebensmittel rentiert. Zu unserem Anbau gehören Mais, Tomaten, Skuma, Bohnen, Bananen und noch vieles Leckeres mehr. Der Eigenanbau erspart uns Lebensmittelkosten und schützt so das Projekt vor den stark schwankenden Lebensmittelpreisen. Zudem trägt er zum Langzeitziel des Projektes bei, der Selbstfinanzierung.

Übrigens, der Ernteertrag in diesem Jahr war ein voller Erfolg. Unser Gärtner berichtete, es hätte genau die richtige Menge Regen gegeben und Sonne… naja, Sonne gäbe es sowieso genug.

Die Hauptaufgabe unserer Reise im Juni war der Kauf eines weiteren Grundstücks. Anfang des Jahres hatten wir bereits gemeinsam mit Joshua und Edward potentielle Grundstücke in den Nachbardörfern besichtigt. In Diani Beach, dem Ort unseres Kindergartens and Academy, boomt das Immobiliengeschäft. Die Nähe zum Strand lockt Investoren und lässt die Grundstückspreise in die Höhe steigen, ja, fast explodieren. Daher besichtigten wir Farmländer im Landesinneren. Die Grundstückspreise sind dort deutlich niedriger, die laufenden logistischen Kosten für den Transport allerdings viel zu hoch. Wir verwarfen diese Idee und suchten wieder in der Umgebung unseres Kindergarten- und Schulgrundstücks. Dort wurden nur noch fünf Grundstücke zum Verkauf angeboten. Wir trafen uns mit allen Eigentümern der fünf Grundstücke oder deren Bevollmächtigten und verhandelten über ihre Angebote. Ein Marathon. Ein Verhandlungsmarathon.

Sollten Sie einmal in den Genuss kommen, mit einem Kenianer zu verhandeln, brauchen Sie vor allem eines: Zeit. Der Klassiker: Sie treffen sich mit einem Verhandlungspartner. Das ist schon mal gut, denn das heißt, er war zum vereinbarten Termin da. Sollte er nicht da sein, warten Sie einfach, am besten ein, zwei Stunden oder kommen Sie Morgen noch mal wieder. Er also ist da. Super! Sie tauschen Komplimente aus. Es werden Ihnen ein Dutzend Menschen vorgestellt, alles Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn. Sie schütteln Hände und setzten sich zum Tee. Merken Sie sich: Kenianer sind gastfreundlich. Sehr gastfreundlich. Nach zwei Stunden und gefühlten zehn, wissen Sie alles, wirklich alles, über Ihren Verhandlungspartner. Nur über das Grundstück fiel noch kein Wort. Wann dies geschieht, hängt davon ab, wie sympathisch Sie Ihrem Verhandlungspartner sind und wie viel Zeit er zum Teetrinken hat, in der Regel sehr viel. Dann, irgendwann, ganz unvermittelt, wird ein Preis genannt. Sie sollen drüber nachdenken. Können sich ja in den nächsten Tagen noch einmal melden. Sie werden freundlich verabschiedet. Ein paar Tage später besichtigen sie gemeinsam das Grundstück. Man spricht über die Lage, über den Boden und über die Pflanzen. Ebenfalls ist es wichtig, ob ein Brunnen vorhanden ist, ob eine Mauer das Grundstück begrenzt und ob sogenannte „Squatter“, illegale Siedler, auf dem Grundstück leben. Haben Sie die Punkte alle abgehackt, können Sie erneut über den Preis verhandeln und vielleicht einigen sie sich sogar, dann haben Sie es geschafft. Herzlichen Glückwunsch! Sie haben den Verhandlungsmarathon erfolgreich beendet. Es folgt der Bürokratische-Marathon. Aber den erläutern wir ein anderes Mal...

Sie sehen, die Verhandlungen waren hart, doch schlussendlich einigten wir uns und konnten einen Vorvertrag abschließen. Das Grundstück befindet sich in direkter Nähe zum bereits vorhandenen Farmland sowie zum KiD Grundstück.

Während unseres Aufenthaltes in Kenia konnten wir uns auf ein Neues davon überzeugen, dass unser KiD-Team in Kenia wie eine große Familie funktioniert. Unsere heimliche Chefin ist weiterhin die gutmütige Köchin Ruth. Sie ist unsere älteste im KiD-Kenia Team. Was sie, die große Frau mit dem Kochlöffel, sagt, wird getan. Da gibt es keine Wiederworte. Niemand weiß, wie alt sie wirklich ist, aber jeder nennt sie liebevoll „Nyanya“ (Großmutter). Nächstes Jahr will sie in Rente gehen. 

Auch unser Wachmann John hätte nächstes Jahr das Rentenalter erreicht. Nacht für Nacht hat er mit Pfeil und Bogen und mit Pudelmütze auf dem Kopf unser Kindergartengrundstück bewacht. Leider ist er am 22. Juli 2013 verstorben.

Es gibt aber auch große persönliche Erfolge zu verkünden. Unser Manager Joshua wird im Oktober 2013 sein Studium zum Schulleiter (Headmaster) beenden und Edward, unser Direktor sein Studium als Schulmanager beginnen. Beide sind bereits mit Laptops ausgestattet und Prepaid-Surfsticks ermöglichen ihnen den Zugang zum Internet. Zum Ausdrucken von offiziellen Dokumenten und Lernmaterialien fuhren sie bislang zu einem Copy-Shop ins nächste Dorf (Ukunda). Seit kurzem hat KiD einen eigenen Drucker und die Fahrten nach Ukunda zum Copy-Shop sind nicht mehr nötig.

Joshua, und das ist unsere versprochene Überraschung, kommt im November diesen Jahres nach Deutschland. Vielleicht erinnern Sie sich noch an Edwards Besuch 2008. Es war ein voller Erfolg, ein Gewinn für uns und für ihn. Nun wollen wir Joshua, nachdem er sein Studium erfolgreich beendet, dieselbe Möglichkeit bieten. Er freut sich schon riesig und wir uns auch.

10 Jahre liegt die Gründung KiDs nun zurück, 10 Jahre, in denen viel passierte. Wir begannen in einer kleinen Kirchenhütte, mehr Gast als Geber, kauften ein Grundstück, bauten ein Kindergartenhaus, später eine Schule und eine Farm und heute geben wir 148 Kindern die Möglichkeit auf Bildung und eine warme Mahlzeit am Tag. Es ist unglaublich!

Was wir gemeinsam erreicht haben, hätten wir nie alleine geschafft, ja, nicht einmal für möglich gehalten! Vielen, vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen über all die Jahre! Voller Vorfreude sehen wir in eine Zukunft, in der, mit Ihrer Hilfe, alles möglich scheint.



Wo? - wenn nicht hier

Wann? - wenn nicht jetzt

Wer? - wenn nicht WIR



Es grüßen Sie 148 KiDs und das gesamte schwarz-weiße KiD-Team

 

Wenn es regnet wird es mittlerweile schwierig alle Kinder in unserem aktuellen Essensplatz trocken unter zu bringen... 

...Wir weichen dann...

... auf die Kindergartenterasse aus.

Das Musikfestival in Ukunda. Peter, unser Busfahrer, übernimmt die Aufsicht über die Teilnehmer von KiD, bis die Lehrer mit der Anmeldung fertig sind.

Die Gruppe aus der Kindergarten Klasse 2 (KG2), während ihres Auftritts vor der Jury. Ganz rechts (vorne): Solosängerin Patience Namungu.

Heidi Linder und Joshua begutachten die Mais-Pflanzen auf unserem Farmland. Das wird eine tolle Ernte.

Grundstücksbegehung mit (v. links) Edward, Heidi Linder und Joshua. Leider kein Brunnen, aber gute Erde.


Jetzt gehts zu den Grundstücks-Verhandlungen, zum Teetrinken... (Joshua, Heinz Isbrecht und Edward).


Nyanya Ruth, unsere Köchin und gute Seele. Was sie sagt wird getan, da gibt es keine Wiederworte...


Voller Stolz zeigt Joshua (rechts stehend) Heinz Isbrecht (Mitte) Zeugnisse und Dokumente seines Studiums zum Headmaster. Edward (links) startet mit seinem Studium auch noch in diesem Jahr.