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Stadtführungen in Bremen

 
...das neunte Jahr...

Ein ganz herzliches und "pralles" Jambo Ihnen allen!

Vielleicht waren einige schon etwas enttäuscht, dass wir uns zum Ende des letzten Jahres so gar nicht gemeldet haben und es auch keinen Gruß zum neuen Jahr gab. Sollte dem so gewesen sein, hoffen wir nun umso mehr, Sie alle mit einem prall gefüllten Sack an Neuigkeiten zu erfreuen. Es gibt so viel zu berichten, dass es schwer ist den Anfang zu finden. Aber eines sei noch gesagt: es sind die Früchte Ihres Vertrauens in die Kinder und in unsere Arbeit und Ihrer aller kontinuierliche und verlässliche Unterstützung, die das Folgende hervorgebracht haben!!

Während sich hier in Bremen der Winter so langsam ankündigte, folgten einige Mitglieder des Komitees der Einladung, im Kindergarten am Graduation-Day teilzunehmen. An diesem Tag werden im ganzen Land Schüler aus den Schulen entlassen, von einer Schulform in die nächste verabschiedet oder aber eben aus dem Kindergarten in die Schule. Dem Ganzen geht eine Prüfung voraus, die es zu bestehen gilt. Der Graduation-Day wird überall groß gefeiert. Honoratioren aus der Gegend sind als Ehrengäste geladen, es wird gesungen, marschiert, Reden werden gehalten, Flaggen gehisst, es gibt Essen (bei KiD diesmal schon teilweise aus Eigenanbau J) und Getränke. Kurzum ein Feiertag für Eltern, Kinder und das Schwarz/weiße KiD-Team. 

Wir hätten Sie gern alle dabei gehabt! Es war einfach nur toll!! Die Kleinen hatten wieder und wieder geübt, singend zu marschieren, etwas vorzutragen und dabei vor lauter Aufregung nicht über die eigenen (oder fremden) Füße zu stolpern. Alles klappte bei brütender Hitze perfekt! Wie dankbar waren besonders wir "Muzungus (Weiße)" dafür, dass unser Gärtner dort nicht nur auf dem neuen Plot sondern auch auf dem KiD-Gelände so tolle Arbeit leistet. Alles grünt und blüht und - spendet vor allem Schatten. 

Die Behördenvertreter waren unter anderem davon angetan, wie sauber und gut organisiert alles im Kindergarten abläuft. Uns freute das auch, und für unsere Mitarbeiter vor Ort war es ein schönes Lob für ihre Mühe.

Unsere Euphorie über solche Erfolge verflog sehr schnell, als wir uns mit den Lehrerinnen sowie Edward und Joshua unterhielten. Wir erfuhren, dass viele Eltern mit den Zuständen in den umliegenden Schulen nicht mehr zufrieden sind. Die Klassen sind wieder überfüllt, häufig fehlen Lehrer und die Kinder lassen stark in ihren Leistungen nach. Da war es also wieder, das Thema eigene Schule. Seit gut zwei Jahren gingen wir ja nun damit schon schwanger. Es war überdeutlich zu spüren, dass eine klare Entscheidung her musste, wie der Bildungsweg unserer Kids nach Verlassen des Kindergartens gestaltet werden soll. Da saßen wir nun und rangen um Lösungen. Und dann war es ein ganz einfacher Umstand, der uns letztendlich zu einem Entschluss kommen ließ: die Schule, die unsere Kinder besuchen, hat in diesem Jahr ihren eigenen Kindergarten eröffnet. Das hat zur Folge, dass wir in der Zukunft immer weniger unserer Kinder in dieser Schule würden unterbringen können. Denn man möchte dort natürlich in erster Linie die eignen Kinder nach der Kindergartenzeit aufnehmen. Da uns etliche Eltern bereits signalisiert hatten, dass sie für den Fall, dass wir eine eigene Schule gründen, ihre Kinder gern bei uns sähen und dafür auch bereit wären, finanzielle Opfer zu bringen, wagten wir den Schritt: wir gründeten testweise eine eigene Schule! Und - der Kommissar vom Minister of Education, angetan von den Einsichten am Graduation-Day, gab uns dazu sein o.k. 

Dieses Kribbeln! War das jetzt Freude oder die Angst vor der eigenen Courage?
Sie können sich sicher vorstellen, wie es in unseren Mägen und Köpfen rotierte und grummelte. Und da Sie uns ja nun schon eine Weile "nach Kenia" begleiten, ahnen Sie auch, dass das, was schon so lange in den Wehen lag und nun geboren war, dort nicht so einfach mal eben umgesetzt werden kann: man gründet nicht mal eben so eine Schule. Man braucht einen Raum, einen Lehrer, Kinder bzw. deren Eltern, die ihre Kinder schicken und Schulgeld dafür zahlen - denn das war eine wichtige Bedingung für unseren Entschluss: die Schule soll sich selbst tragen, dem Kindergarten darf es an nichts fehlen, sonst ist das Projekt erledigt - und natürlich braucht man, wie hier auch, jede Menge Stempel, Genehmigungen und Richtlinien, die einzuhalten sind. Wir gingen also an die Arbeit.

Die Klassenräume wurden umverteilt, und nun gibt es auch keinen reinen Schlafraum mehr. Die Kinder machen jetzt ihren Mittagsschlaf in ihren Klassenräumen. Man kann auch da gut die Matratzen an die Wand stellen oder auf dem Boden ausbreiten. Platz gibt's genug. Der freigewordene Raum ist nun das Klassenzimmer der ersten Testschulklasse von KiD. Die Erstklässler werden von Elisha, einem Lehrer, betreut, der eigens für sie eingestellt wurde. Wir sind uns sicher, dort ein ganz tolles Team zu haben, ohne welches das alles gar nicht möglich wäre. Die Köchin kocht jetzt etwas mehr und die Kinder essen zu verschiedenen Zeiten. Alles eine Frage der Organisation, und die klappt hervorragend. Alle sind Feuer und Flamme für die neue Entwicklung. Agnes wird die Kinder in der KG2 betreuen und Miriam wird sich um die jüngsten "Steppenhopser" kümmern. Und auch auf Edward und Joshua ist Verlass. Sie packen an, planen und beraten mit, machen Werbung für die Schule und versuchen, Licht ins fast undurchdringbare Behördendickicht für uns zu bringen.

Das liest sich alles mal eben so schlank weg und überrascht Sie bestimmt auch. Aber wir hatten es ja gesagt, ein Brief, prall gefüllt mit Informationen und Ereignissen. Was Sie sicher nicht überrascht ist, dass wir die nötigen Unterschriften und weiteren Genehmigungen nicht alle während dieser Tage im November ranschaffen konnten. Und so flog eine KiD-Delegation gleich noch einmal im Januar los, um die Test-Schule auf sichere rechtliche Beine zu stellen. In der ersten Testschulklasse (Class 1) befinden sich zur Zeit 22 Kinder, von denen nur 7 Kinder über KiD finanziert werden. Für die anderen Kinder nimmt KiD Schulgeld ein, so dass dem Kindergarten kein Mehraufwand entsteht. Toll, oder? Das liegt natürlich unter anderem auch schon daran, dass die Räumlichkeiten ja ohnehin vorhanden sind und deren Unterhalt sowieso finanziert würde.

Mit den Behördenmitarbeitern haben wir die nötigen Schritte abgeklärt, die in der nächsten Zeit noch zu unternehmen sind. Die Toiletten sind ausreichend, auch der Platz zum Spielen fürs Erste, Elisha kennt den Lehrplan für die erste Klasse, die nötigen Formalitäten werden Edward und Joshua abarbeiten… Wir haben aber jetzt schon ein Lob für die Ausstattung und das Management des Projektes erhalten! Ist das nicht schön? Wer hätte gedacht, dass sich das alles so entwickelt? Wir sind unendlich dankbar und noch etwas freudig fassungslos. Wie geht es Ihnen?

Geplant ist jetzt erst einmal, sich die weitere Entwicklung bis zum 2. Term im Juli anzusehen und sie dann zu bewerten. Sollte sich das Projekt "Test-Schule" bewähren, kann über den Bau eines weiteren Klassenraumes für eine 2. Klasse nachgedacht werden. Platz wäre auf dem KiD-Plot dafür vorhanden. Aber bleiben wir bei dem bewährten Vorgehen: ein Schritt nach dem anderen. Ein Schuljahr in Kenia beginnt und endet übrigens mit dem Kalenderjahr und besteht aus 3 Terms (3 Monate Schule, 1 Monat frei und das drei mal).

An dieser Stelle gebührt Ihnen allen Dank. Nicht nur der unsrige, sondern auch der Dank aller vor Ort in Kenia, der uns für Sie mitgegeben wurde. Mit diesem "Übergepäck" war es nicht schwierig durch den Zoll zu kommen. Es ist immer wieder toll, was sich einige von Ihnen einfallen lassen, um KiD zu unterstützen: Theater-/Schulaufführungen, Golfturniere, Sammlungen anlässlich von Feiern und Ereignissen jeglicher Art, Verzicht auf Geschenke zugunsten von KiD, Spenden von Organisationen und die vielen, vielen Einzelspenden, treu, Monat für Monat… 

Es soll immer ein Geben und Nehmen sein, sagt man. Sie geben immer so reichlich. Nehmen Sie nun auch bitte diese tolle Entwicklung von KiD an als etwas, was nur dank Ihres Vertrauens und Engagements so hat wachsen können!

Wir hoffen sehr, dass sich das Warten auf ein "Lebenszeichen" von uns gelohnt hat, und es uns gelungen ist, die Ereignisse für Sie einigermaßen nachvollziehbar zu schildern. Wenn man fast platzt vor Neuigkeiten und auch Aufregung, dann ist es manchmal recht schwierig, den Strom in geordnete Bahnen zu lenken. Na, sie wissen schon…

Was Sie hoffentlich auch wissen und spüren ist, dass wir Sie alle auf jeder Reise mitnehmen, Sie innerlich bei jeder Entscheidung zu Wort kommen lassen, dass wir versuchen, Ihre Hoffnungen, Bedenken, Vorbehalte und Erwartungen zu erspüren, um dann bestmöglich zu entscheiden, zu handeln oder zu reagieren.
Dann warten wir jetzt einmal ab, wie es weitergeht. Ein kleines Schneeglöckchen ist in der Lage, gefrorene Erde zu durchbrechen. Zu was werden unsere "KiDs" in der Lage sein? Wir sind gespannt und voll Vertrauen.

Zum Schluss noch kurz eine Übersicht über die Klassen/Gruppenstärken:
Zur Zeit kümmert sich KiD e.V. um 102 Kinder (inkl. Selbstzahler). 
Die teilen sich wie folgt auf:
Kindergartengruppe (KG) 1 (die Jüngsten) - 25 Kinder
KG 2 (die etwas Älteren) - 19 Kinder
Testschulklasse 1 - 22 Schüler
Schulkinder auf der Rainbow-School - 36 Schüler

Wir grüßen Sie alle ganz herzlich und wünschen Ihnen einen wunderschönen Frühling mit viel Lust an der eigenen Kraft und Fähigkeit.


Ihr KiD-Team 

 

 

 

Graduationstag 11-2010
Die Kinder freuen sich riesig über das neue Toiletten-Haus mit Wasserhahn.




KG1, die Kleinsten, mit (v.l.) Direktor Edward, Lehrerin Miriam und Manager Joshua.
KG1, die Kleinsten, mit (v.l.) Direktor Edward, Lehrerin Miriam und Manager Joshua.




KG2, mit (v.l.) Direktor Edward, Lehrerin Agnes und Manager Joshua.
KG2, mit (v.l.) Direktor Edward, Lehrerin Agnes und Manager Joshua.




Unsere erste Klasse 1, mit (v.l.) Manager Joshua, unser neuer Lehrer Elisha und Direktor Edward.
Unsere erste Klasse 1, mit (v.l.) Manager Joshua, unser neuer Lehrer Elisha und Direktor Edward.




Alle Kinder, die wir in der Schule unterstützen, links Direktor Edward und rechts Manager Joshua.
Alle Kinder, die wir in der Schule unterstützen, links Direktor Edward und rechts Manager Joshua.